Über das Buch

Der zweitjüngste Sohn einer kinderreichen katholischen Lehrerfamilie in Derry bekam schon früh die Diskriminierung der Katholiken zu spüren, die in den 60er Jahren zur Bildung einer starken Bürgerrechtsbewegung führte. Auch in den deutschen Nachrichten gab es damals immer wieder Berichte mit Bildern von Bürgerrechtsmarschierern, Polizeiknüppeln und Panzern. Doch nur wenigen deutschen Zuschauern gelang es, sich ein Bild der Zusammenhänge zu verschaffen. Viele glaubten, es handele sich um einen Glaubenskrieg zwischen Protestanten und Katholiken und wunderten sich, wie im aufgeklärten Westen so etwas möglich sein konnte.

Hier liegt nun der authentische Bericht eines ursprünglich unbeteiligten, später aber radikalisierten Zeitzeugen und Mittäters vor, der die Hintergründe aus eigenem Erleben schildert. In den langen Jahren seiner späteren Haft rechnete O'Doherty schließlich schonungslos mit sich selbst ab und wandte sich der aktiven Reue zu. Als das Buch 1989 zuerst erschien, war es sofort ein Bestseller. Dem deutschen Buchmarkt blieb es allerdings lange verborgen. Nun kann man O'Dohertys Autobiographie endlich auch bei uns erhalten und aus erster Hand erfahren, wie ein entsetzter Jugendlicher das Blutvergießen des Bloody Sunday 1972 miterlebte und welche Folgen es für ihn hatte.

Bilder von Derry

Bilder von Derry: Stadtteil Bogside / Zwei Wandgemälde / Mahnmal in der Bogside (Fotos: Mark A. Wilson, Kryptonit, Wikimedia Commons, Alan Mc)

Dienstag, 30. September 2014

Shane spricht im Oktober in Valencia

Falls Sie Ende Oktober in Spanien sind: Shane stellt seine Lebensgeschichte wieder bei „Lo que de verdad importa“ vor. „Lo que de verdad importa“ („Was wirklich zählt“) ist eine freie,...
nicht-politische und für alle Glaubensrichtungen offene Veranstaltung, die der Jugend allgemeinmenschliche Werte (wie Toleranz, Respekt und Solidarität) durch authentische Vorstellungen der individuellen Lebensgeschichten von Menschen bietet. Die Konferenz findet in elf spanischen Städten statt, darunter Bilbao, Valencia, Sevilla, Barcelona, Saragossa und Palma de Mallorca.

Seit 2007 nehmen Tausende  junger Menschen daran teil, die schockierende Geschichten hören, die sie über ihre Prioritäten nachdenken und erkennen lassen, was ihnen wirklich wichtig ist. An der Gründungsveranstaltung von "Was wirklich zählt" im Jahr 2007 in Madrid nahmen mehr als 3.000 Oberstufenschülern und Studenten teil. Seitdem gibt es jedes Jahr wachsende Teilnehmerzahlen.

Man hört dort Menschen, deren Leben durch Schicksalsschläge so auf den Kopf gestellt wurde, dass sie danach völlig ander Prioritäten setzten: wie William Rodriguez, der die Terroranschläge des 11. September überlebte; Jaume Sanllorente, Gründer der Nichtregierungsorganisation "Mumbai Smiles"; Bosco Gutierrez, ein mexikanischer Architekt, der 9 Monate lang entführt war; oder Irene Villa, Journalistin und Skifahrerin, die einen Anschlag der ETA nur mit einer Behinderung überlebte. Weitere Teilnehmer sind Nando Parrado, einer der 16 Überlebenden des Flugzeugabsturzes in den Anden; Toni Nadal, der Trainer von Tennisstar Rafael Nadal; Pablo Pineda, der erste europäische  Universitätsabsolvent mit Down-Syndrom und Star des Films 'Auch ich'; Pedro García Aguado, der Wasserball-Weltmeister, der seine Drogensucht überwand und heute die Fernsehsendungen "Big Brother" und "Lager" moderiert.

Die Stiftung „Lo que de verdad importa“ hat in jeder der elf Städte einen Ehrenvorsitzenden: Rafael Nadal in Palma de Mallorca, Prinzessin Nora von Liechtenstein in Madrid; in Barcelona ist es der Wirtschaftswissenschaftler Leopoldo Abbey, 

Shane O’Doherty ist gerade dabei, seinen Vortrag vorzubereiten. Das Foto vom spanischen Bus, der mit Bildern von Konferenzsprechern geschmückt ist, hat er selbst geschossen – mit einem gewissen Gefühl der Befangenheit, denn war total verdutzt, sein eigenes Gesicht plötzlich auf einem Bus (linkes Bild auf dem Busheck)  zu sehen!

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